Bevor ein Unternehmen oder ein Verein einen Social-Media Kanal in Betrieb nimmt, sollten folgende Punkte beachtet und die angesprochenen Fragen beantwortet werden. Das wichtigste Instrument dabei sind unsere 4 W-Fragen: Was? Wer? Wo? Wie?

Was?

Als erstes müssen wir herausfinden, was das Ziel der ganzen Aktion sein soll. Denn was bringt und er grosse Aufwand, wenn das Ganze keine Aussicht auf Erfolg hat für das Unternehmen oder den Verein. Als Fazit heisst das somit, dass wir unsere Social-Media Strategie auf die Geschäftsstrategie abstimmen müssen. Hierbei gibt es verschiedene Ziele, welche mit diesen Netzwerken angestrebt werden können. Zum Einen die Reichweite, das bedeutet, dass mehr Personen mit Inhalten erreicht und angesprochen werden können. Dies fördert unter anderem die Markenbekanntheit. Zum Anderen können sogenannte Conversions im Zentrum stehen. Eine Conversion ist beispielsweise ein neuer Follower oder ein Kommentar. Es kann aber auch eine andere Interaktion sein, bis hin zu einem Einkauf auf der Webseite des Unternehmens oder des Vereines. Je nachdem wie sich die Organisation bei dieser Was-Frage entscheidet, werden unsere kommenden W-Fragen unterschiedlich angegangen.

Beispiel: Der Turnverein A möchte neue Mitglieder gewinnen, da ein Mitgliedermangel besteht. Deshalb möchten Sie neue, potenzielle Mitglieder mit den Social-Media Inhalten ansprechen. Dazu könnten zum Beispiel Einblicke in die Trainings oder anderen Angebote gepostet werden. Der Turnverein B wiederum hat genügend Mitglieder und möchten den bestehenden Mitgliedern möglichst einfach Neuigkeiten zur Verfügung stellen. Deshalb entscheidet er sich dazu Bilder und Videos von Anlässen der verschiedenen Riegen publik zu machen.

Wer?

Nach dem Was, folgt das Wer: Wer ist/sind meine Zielgruppe/n?
Diese Zielgruppe kann zwischen einer allgemeinen (z.B. Autofahrer) und einer sehr spezifischen Gruppe (z.B. männliche Fischer im Alter von 15-30) variieren. Je nach Spezifität, kann es schwieriger sein, diese Zielgruppe zu erreichen. Hierfür haben jedoch die meisten Social-Medias Hilfsmittel, um eine sogenannte Zielgruppenanalyse durchzuführen. Es kann nach diversen Merkmalen gefiltert, und so die definierten Zielgruppen angesprochen werden. Hobbys, Geschlecht, oder das Alter sind nur einige wenige der vorhandenen Filtermöglichkeiten. Anhand dieser Wer-Frage kann im nächsten Schritt die Frage angegangen werden, welche Plattformen man auswählt.

Beispiel: Das KMU Holzprofi stellt edle und hochwertige Holzprodukte her, welche sie an ihre Endkunden verkaufen. Nun wollen sie auf Social-Media den Verkauf durch das Posten von ihren Produkten ankurbeln. Sie bestimmen ihre Zielgruppe wie folgt: Frauen und Männer im Alter von 20-60; Interesse an Holzprodukten, Design und Innenarchitektur; Budget hoch mit Wunsch nach hoher Qualität und Swiss-Made.

Wo?

Wo soll ich meine Inhalte veröffentlichen? Dies ist eine essentielle Frage, denn jeder Kanal hat ein unterschiedliches Publikum und andere Möglichkeiten Inhalte zu veröffentlichen. In diesem Kapitel werden auf die bekanntesten und wichtigsten eingegangen. Die genannten sind, auch für Unternehmen und Vereine relevant.

Facebook: Jeder kennt Facebook und dies ist auch schon der erste Vorteil: Facebook ist nach wie vor die bekannteste Plattform mit der grössten Anzahl an Benutzern. Darüber hinaus befinden sich Personen aller Altersklassen auf Facebook, was ein weiterer Vorteil ist. Jedoch liegt Facebook nicht mehr im Trend und wird von den Jüngeren immer weniger genutzt bzw. sogar gelöscht.

Instagram: Instagram gehört ebenfalls zur Facebook-Gruppe und verfolgt den Trend von dem Teilen von Bildern und Videos. Auf der Plattform sind immer mehr Personen vertreten und dies fast schon von jeder Altersklasse. Der Content, welchen Sie hier anbieten, muss jedoch in Form von einem Bild oder Video sein, was vielleicht nicht zu jedem Unternehmen passt.

Snapchat: Hier anzutreffen ist vor allem die junge Generation. Sie schreiben oftmals nur noch über diese Plattform und nutzen Whatsapp nur noch am Rande. Auch hier kann ein Unternehmen mit kurzen Videos oder Storys vertreten sein. Es ist jedoch noch schwieriger als auf Instagram passenden Inhalt zu erstellen, welcher den jungen Geschmack trifft.

Twitter: Viele kennen Twitter vom Namen, haben es jedoch noch nie selber ausprobiert. Dies liegt daran, dass in der Schweiz Twitter nicht wirklich verbreitet ist. In den USA wird Twitter viel aktiver benutzt, wie zum Beispiel durch den Präsidenten Donald Trump. Wo Twitter jedoch Anklang bei den Eidgenossen gefunden hat, ist in der Tech-Branche, in der reichlich diskutiert und ausgetauscht wird.

LinkedIn: LinkedIn ist wie auch Xing eine Business-Plattform für den Austausch von Arbeitern bis hin zu Unternehmen selber. Es ist möglich seinen Lebenslauf online abzubilden und mit anderen zu teilen. So ist man immer im Bilde, wer von seinem Umfeld wo arbeitet und welche Stelle besetzt. Diese Plattform eignet sich somit perfekt für “Networking” und ist ein Must-Have für jeden und jede aus unserer Sicht.

Natürlich gibt es noch viele weitere Plattformen, jedoch verzichten wir darauf alle aufzuzählen. Beachten Sie jedoch ob es für Ihr Unternehmen oder Verein noch andere wichtige Plattformen gibt, in der Ihre Zielgruppe vertreten ist.

Beispiel: Der Verein B, welcher seinen Mitgliedern mehr Inhalt zur Verfügung stellen will, entscheidet sich dazu auf Facebook und Instagram aktiv zu werden. Sie wollen nämlich hauptsächlich Bilder und Videos einfach mit ihren Mitgliedern teilen können. Ebenso ist auf mindestens einer von beiden Plattformen jedes Mitglied vertreten.

Wie?

Wie kann ich meine Inhalte an meine Zielgruppe bringen? In diesem Abschnitt dreht sich alles um diese Frage. Bekannte Methoden sind Text-, Bild- und Video-Material, jedoch gibt es noch weitere Arten, wie zum einen Inhalte geteilt werden, oder zum anderen mit den Nutzern interagiert werden kann. Beispiele dafür sind Rabatte, Aktionen oder auch Wettbewerbe, denn oftmals machen Personen gerne mit, wenn sie dafür eine Gegenleistung erhalten. Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung der unterschiedlichen Arten auf die Zielgruppe. Je nach Plattform unterscheidet sich auch die Art von Inhalten, welche für die jeweilige Zielgruppe am effektivsten ist. Hier gibt es jedoch kein einheitliches Rezept, nach welchem man vorgehen kann. Versuchen Sie unterschiedliche Inhalte aus und messen Sie den Erfolg um in Zukunft die Art von Inhalten anzupassen.

Beispiel: Die Firma Holzprofi teilt Blogbeiträge über die Entstehung von den Produkten und postet Bilder von den fertigen Produkten. Sie merken anhand der Aufrufe, dass die Bilder viel besser ankommen und häufiger geteilt werden. In Zukunft werden Sie also die Intensität der Blogbeiträge reduzieren und einmal ein Video über die Produktion erstellen.

Handlungsempfehlung

Konkret heisst das für Sie, dass Sie ihre Social-Media Strategie mit Ihrer Business-Strategie abgleichen müssen, um herauszufinden, Was? Sie erreichen wollen. Danach versetzten Sie sich in Ihre Zielgruppe und erstellen daraus eine Übersicht, welche Zielgruppen Sie angehen wollen und wo die gemeinsamen Merkmale liegen. So finden Sie schnell heraus, Wer? durch Ihr Marketing angegangen werden soll. Wo? Sie sich dann zeigen wird durch die Strategie und die Zielgruppe definiert. Informieren Sie sich über die Plattformen und überlegen Sie, welche Plattformen zu Ihnen passen. Abschliessend muss die Art von Inhalt bestimmt werden, welche Sie teilen möchten und vor allem Wie? Sie Ihre definierten Zielgruppen angehen wollen.